Donnerstag, 26. Juni 2014

Flaschengeister



Geister können blauen Glasflaschen nicht widerstehen. Wenn sie auf Baumäste aufgespießte Flaschen sehen, in denen sich das glitzernde Sonnenlicht spiegelt, müssen sie ihrer Neugier folgen, hineinkriechen und nachsehen, was darin los ist, und schon sind sie gefangen. Gleiches gilt für Spukgestalten, Erscheinungen und Filzläuse. Die aufgehende Sonne zerstört die bösen Geister.

Klingt lustig, ist aber nicht so. Das Ganze hat einen ernsten Hintergrund. Im vorvorletzten Jahrhundert erschufen afrikanische Sklaven in den USA riesige Planatgen mit Reis und Baumwolle. Wegen des heißen Klimas gediehen auch Moskitos sehr gut, die wiederum für die Verbreitung von Malaria und Gelbfieber sorgten. Die schwarze Bevölkerung war widerstandsfähiger als die weiße, und so wuchs die afrikanisch stämmige Gesellschaft schneller an als die europäisch stämmige. Die geistige Landschaft wurde vom Aberglauben ebenso geprägt wie von der Sprache, der Kultur und der Kunst der unfreiwilligen Einwanderer - die Gullah Culture.

Indea Vaher - sie fängt den Geist der Gullah Culture mit Pinsel und Leinwand in kräftigen Farben und satten Strichen ein.

Die Sim, auf der man sich einen virtuellen Eindruck verschaffen kann, heißt zwar "El Salvador", hat ihr reales Pendant aber in South Carolina und Georgia. Die tropische Landschaft wurde in Second Life nachgebildet, sodass man die ausgestellten Kunstwerke nicht losgelöst von ihrem Entstehungsort betrachten muss.
Das Sunrise Mansion (SRM) Art Gallery & Museum ist ein Haus, das eine Sklavin im ausgehenden 18. Jahrhundert erwarb, die später eine erfolgreiche und vermögende Geschäftsfrau wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum. In SL ist das virtuelle Gebäude ebenfalls mit Kunst bestückt. Die Bilder sind keine digitalen Produkte, sondern Fotografien von Malereien.

http://maps.secondlife.com/secondlife/El%20Salvador/140/188/21


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